CJD Braunschweig
14-05-09 - 09:02 | ... Posted by : CJD Braunschweig
Pädagogische Freiheit, Individualisierung und
Vielfalt mit Qualitätsmanagementsystem
„Durch die Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems optimieren Sie nicht nur Ihre Prozesse und Schnittstellen sondern stärken nachweislich Ihre Konkurrenzfähigkeit im sich verschärfenden globalen Wettbewerb.“ Auszug aus einer Beschreibung, in der die Vorteile einer Zertifizierung nach ISO 9001:2000 vorgestellt werden.
Das Dr. Wilhelm Meyer Gymnasium – Christophorusschule im CJD Braunschweig – und die Hans-Georg-Karg-Schule – Grundschule im CJD Braunschweig – sind bislang bundesweit die ersten allgemein bildenden Schulen, die nach ISO 9001:2000 zertifiziert wurden.
Macht es Sinn, eine allgemein bildende Schule zertifizieren zu lassen? Bedeutet die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems in einer Schule nicht eher das Anlegen von Fesseln?
„Nein. Das ganze Gegenteil ist der Fall. Qualitätsmanagement an einer Schule heißt: Pädagogische Freiheit gibt es nur noch an Orten, wo sie durch Qualitätsmanagementsysteme abgesichert sind“, betont Ursula Hellert, Gesamtleiterin des CJD Braunschweig.
Strukturen, so die bundesweit anerkannte Fachfrau für hochbegabte Jugendliche, sind es, die uns Individualisierung und auch Vielfalt erlauben. Strukturen brauchen Prozesse, die mittels eines Qualitätsmanagementsystems gesteuert werden. Ist das nicht der Fall, kann aus Vielfalt Chaos werden. „Wobei ich aber auch deutlich sage, dass ich durchaus verstehe, dass sich Lehrkräfte, die einem historisch gewachsenen Verständnis folgen, oft sehr schwer an den Prozessen des Qualitätsmanagements zu tragen haben. Der Formalismus dieser Systeme gilt für sie als Tod des wahren pädagogischen Triebs.“
Jutta Bauer, Qualitätsmanagementbeauftragte im CJD Braunschweig, erläutert, wie sich die Zertifizierung des Dr. Wilhelm-Meyer-Gymnasiums – Christophorusschule - nach DIN ISO 9000 auswirkt: „Abläufe von Verwaltungsaufgaben werden genau beschrieben und schriftlich niedergelegt. Mitarbeiter müssen sich somit die Abläufe nicht merken und nicht mehr auf Menschen warten, die wissen, wie dies oder das gehandhabt wird. Aufgabenverteilungen und Ansprechpartner sind klar definierbar.“
Die konsequente Einführung eines Qualitätsmanagements (QM) an der Christophorusschule hat dazu geführt, dass sich Eltern und Schüler mit dem Angebot des Gymnasiums deutlich zufrieden zeigen. Ursula Hellert, Gesamtleiterin des CJD Braunschweig, hat die renommierte Unternehmensberatung MSR-Consulting parallel zur Einführung eines QM-Systems gewinnen können, um Eltern und Schüler nach ihrer Zufriedenheit mit dem Angebot des Gymnasiums zu befragen.
Nach Auswertung der Befragungen wurde deutlich, in welchen Bereichen nachgearbeitet werden musste, oder die Zufriedenheit der Befragten weit über den Erwartungen lag. Nach Einsatz des Qualitätsmanagements in den als optimierbar identifizierten Bereichen wurde in den folgenden Befragungen sichtbar: Die Zufriedenheit von Eltern und Schüler stieg von Jahr zu Jahr. Das aktuell ausgewertete Stimmungsbild aus 2008 zeigt eindrucksvolle Zahlen: 93 Prozent der Eltern und 91 Prozent der Schülerinnen und Schüler sind mit dem Angebot des Gymnasiums zufrieden bis sehr zufrieden.
CJD Gesamtleiterin Ursula Hellert bringt den Zusammenhang zwischen erfolgreicher pädagogischer Arbeit am Kind und des Qualitätsmanagement auf den Punkt: „ Erkennbar wird die Vision der pädagogischen Gesamtstruktur einer Schule in den formalen und informellen Schulprogrammen, sowie der Schulkultur, die den Umgang miteinander, die Wertestandards, die Restrektionen und Belobigungen, die Förderungen und Forderungen ausmachen. Gerade in diesem Bereich zeigen sich die Wirkungen des Zeitwandels am deutlichsten: alles ist möglich, alles ist diffus. Deshalb: Schule braucht klare Strukturen.“
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